Kommt bald ein EU-Verbot für Räuchermännel?   01.04.2006

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, weiß ja längst jedes Kind. Dennoch gibt es in der EU immer noch zirka 100 Millionen Menschen, die nach eigenen Angaben „täglich rauchen“. Gerade in der Vorweihnachtszeit, wenn es draußen schneit und man es sich in der Wohnstube bei Kerzenschein gemütlich macht, überkommt viele, die sich das Rauchen eigentlich abgewöhnt hatten wieder das Verlangen nach einer Zigarette. Schuld daran ist, einer Studie der TU Chemnitz zufolge, unter anderem das Erzgebirgische Räuchermännel. Allem gesellschaftlichen Fortschritt zum Trotz nebelt es zwischen Plauen und Zittau immer noch in fast jeder Stube – und verleitet dadurch so manchen menschlichen Hausgenossen zum Mitrauchen. Wer das Männel sieht, denkt unterschwellig: „Warum sollte ich denn nicht rauchen; das Männel raucht doch auch!“

Eine studentische Arbeitsgruppe prüft zur Zeit, ob Räuchermännel damit eventuell auch unter die EU-Richtlinie von 1998 über direkte und indirekte Werbung für Tabakerzeugnisse fallen. Wenn das der Fall ist, müssten Räuchermännel in Zukunft entweder besonders gekennzeichnet werden, oder aber man müsste ihnen das Rauchen gänzlich abgewöhnen. Die Kunsthandwerker im Erzgebirge sehen dieser Entwicklung derweil gelassen entgegen: „Technisch wäre es überhaupt kein Problem für uns, die Produktion auf Nichträuchermännel umzustellen, falls die Verordnung wirklich kommen sollte“, heißt es. „Das wäre sogar einfacher und billiger.“


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