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Das Kaffeefahrt-Gleichnis

Mit dem Reich Gottes ist es wie bei einer Kaffeefahrt:

"2 Tage Bodensee für 9,99 EUR - Insel Mainau, Konstanz, Bregenz - kein Kaufzwang! Sie erhalten ein zwölfteiliges Teeservice gratis dazu!"

"Gott liebt dich so, wie du bist. Aus reiner Gnade nimmt er dich an als sein Kind. Du brauchst nicht dafür tun. Er hat schon alles für dich getan. Du brauchst bloß noch 'ja' zu ihm sagen."

Matthäus 11,28: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken."

Johannes 10,10: "...Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen."

Na, wer kann zu solch sagenhaften Angeboten schon nein sagen? Sind doch echte Schnäppchen! Man bekommt ganz was Tolles fast geschenkt! Wer da nicht zugreift, ist wirklich selber schuld.

 

Lässt man sich auf die Kaffeefahrt ein, so stellt man fest: Jawohl, es stimmt, man fährt tatsächlich an den Bodensee, man zahlt wirklich nur 9,99 Euro, allerdings um an das Gratis-Teeservice zu kommen, möchte man bitteschön an einer stundenlangen Verkaufsveranstaltung teilnehmen, wo man schon ein übermenschliches Maß an Sturheit mitbringen muss, um hinterher nicht glücklicher Besitzer einer echten Kamelhaardecke zum einmaligen Sonderpreis von nur 999 Euro zu sein. Natürlich wird man nicht dazu gezwungen; es ist alles freiwillig, aber man wird doch ganz massiv gedrängt, "freiwillig" etwas zu kaufen. Es ist sozusagen ein "freiwilliger Zwang".

Ebenso verhält es sich auch mit Gottes Gratisangebot der Erlösung: Lässt man sich darauf ein, so ergeben sich daraus ganz automatisch eine ganze Reihe kostspieliger Verpflichtungen:

"Jetzt bist du Christ. Als Christ brauchst du eine Gemeinde, um im Glauben zu wachsen."

"Jetzt gehörst du zur Gemeinde. Nun erwarten wir, dass du auch in der Gemeinde mitarbeitest, und dass du regelmäßig zum Gottesdienst kommst. Und vor allem ist es wichtig, dass du auf den Pastor und die Ältesten hörst, denn Gott liebt Gehorsam und Unterordnung."

"Unsere Gemeinde lebt von freiwilligen Spenden. Wir empfehlen unseren Mitgliedern, den Zehnten zu geben, weil große biblische Verheißungen darauf liegen. Natürlich ist das kein Gesetz und kein Zwang; jeder kann selbst entscheiden, wieviel er gibt. Eigentlich hat Gott ja sowieso Anspruch auf alles was du bist und hast; er hat dich schließlich vom ewigen Tod errettet, da sind 10% ja wirklich nicht viel."

Matthäus 16:24: "Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir."

Der Christ wird dazu ermutigt, natürliche menschliche Bindungen und höchstpersönliche Eigeninteressen zu Gunsten des Reichs Gottes zu vernachlässigen:

Lukas 14,26: "Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein."

Matthäus 6:24 f.: "Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. 25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet..."

 

So gerät jeder, der sich ernsthaft auf das "Gratisangebot" von Gottes Erlösung einlässt unvermeidlich in ein dichtes Netz kostspieliger "freiwilliger" Verpflichtungen hinein, das ihn am Ende einen Großteil seines Lebens kostet. Natürlich ist das alles kein Zwang, man gibt das alles freiwillig und gern, weil man den Herrn lieb hat. Denn es steht ja geschrieben:

1.Korinther 16,22: "Wenn jemand den Herrn nicht lieb hat, der sei verflucht."

Und wer möchte schon gern verflucht sein?

Die Kaffeefahrt zum Bodensee ist dagegen mit einem Bruttopreis von 1008,99 Euro (Fahrtkosten plus Kamelhaardecke) doch ein echtes Schnäppchen.

 

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