<< vorige / nächste Seite >> · Geige lernen – Griffarten
Im Kapitel Fingersatz haben wir Griffarten nur kurz erwähnt. Da dieses Konzept aber im Geigenunterricht häufig eine große Rolle spielt, soll kurz erklärt werden, worum es sich handelt:
In jeder gebräuchlichen Tonleiter gibt es Ganztonabstände und Halbtonabstände. Darum sind auch auf dem Geigengriffbrett nicht alle Töne im selben Abstand zu finden. Die Töne im Halbtonabstand liegen enger beieinander. Da muss man dementsprechend auch die Finger näher zusammenrücken. Auf diese Weise ergeben sich typische Fingerstellungen, und die werden „Griffarten“ genannt:
Leider ist die Nummerierung der Griffarten uneinheitlich, je nachdem, in welcher Reihenfolge sie eingeführt werden: Unsere zweite Griffart heißt in manchen Lehrbüchern dritte Griffart; die dritte wird zweite oder vierte Griffart genannt, und die vierte Griffart heißt dann dritte Griffart. Nur bei der ersten Griffart sind sich alle einig. Aber egal wie man sie nennt, letztlich muss man sowieso alle Griffarten beherrschen, um beliebige Melodien in beliebigen Tonarten zu spielen.
Genau genommen gibt es noch mehr Fingerstellungen, so dass man eigentlich noch eine fünfte, sechste, siebte... Griffart zählen müsste. Aber das wäre unübersichtlich. Sobald man etwas schwierigere Melodien spielt, richtet man sich sowieso nicht mehr streng nach Griffarten, sondern setzt die Finger so, wie man sie gerade braucht.
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